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A) Gebundene Ganztagesklassen (bis 15.30 Uhr)

 

1.) Vorbemerkungen

Mit Beginn des Schuljahres 2009/10 wurde an der Grundschule Leidersbach die erste gebundene Ganztagesklasse 1 a eingerichtet.

Im Schuljahr 2010/11 wurde sie als Ganztagesklasse 2 a weitergeführt, während gleichzeitig eine neue Ganztagesklasse 1 a nachrückte.

Inzwischen ist der gebundene Ganztageszug seit mehreren Jahren im gesamten Grundschulbereich etabliert.

2.) Vorgeschichte

Die zum Schuljahr 2007/08 an der Schule eingerichtete Mittagsbetreuung war bereits im ersten Jahr so stark nachgefragt, dass an einigen Wochentagen nicht alle Betreuungswünsche erfüllt werden konnten und Wartelisten angelegt werden mussten.

Dieser starke Zuspruch bewog den Sachaufwandsträger – der für die Etablierung dankenswerterweise die nötigen Zuschüsse zügig und umfassend bereitgestellt hatte – und die Schulleitung über alternative Formen der Betreuung nachzudenken, die

  • die Eltern finanziell entlasten. (Die Mittagsbetreuung ist kostenpflichtig für die Erziehungsberechtigten. Bei der Ganztagesklasse dagegen fallen – bis auf das Mittagessen – keinerlei Kosten an.)
  • den Schultag durch umfangreiche Spiel- und rhythmisierte Unterrichtsangebote und durch ein gesundes Mittagessen strukturieren.
  • eine optimale Betreuung auch hinsichtlich einer Förderung gewährleisten. (Viele Eltern hatten ihren Wunsch nach einer „Nachhilfe“ im Rahmen der Betreuung geäußert.)
  • ein ausgewogenes Angebot im musischen bzw. sportlichen Bereich beinhalten.
  • die Zeit nach Unterrichtsende (15.30 Uhr) frei halten von schulischen Bezügen (keine schriftlichen Hausaufgaben).

Beide Parteien entschieden sich für die gebundene Form der Ganztages-Grundschule.

(Im Mittelschulverbund ist die VS Kleinwallstadt Standort für die Ganztages-Hauptschule in der gebundenen Form.)

Im Oktober 2008 führte die Schulleitung mittels eines kleinen Fragebogens eine unverbindliche Bedarfserhebung bzgl. einer Ganztages-Grundschule bei den Eltern der Grundschüler (Klassen 1 bis 3) und bei den Eltern aller Kindergarten-kinder der Gemeinde durch.

Die 270 rückläufigen Elternantworten verteilen sich wie folgt:

  • Die Einführung einer Ganztages-Grundschulklasse wird befürwortet:      165
  • Die Einführung einer Ganztages-Grundschulklasse wird abgelehnt:         105

Nicht nur dieses eindeutige Votum, sondern auch die Tatsache, dass sich genau 20 Eltern von Vorschülern für die Einrichtung einer solchen Klasse ausgesprochen hatten, bewog die Schulleitung und den Sachaufwandsträger das Ziel „Einrichtung eines Ganztageszugs an der Grundschule Leidersbach“ zu verfolgen. Die Vorgabe sollte dabei sein, neben den üblichen Regelklassen in jedem Jahrgang eine Ganztagesklasse zu etablieren.

Am 04. November 2008 wurde darüber im Rathaus beraten. Gegenstand der Erörterungen waren u.a. der Aspekt der Räumlichkeiten, die Sicherstellung des Sachaufwandes, die Schaffung von entsprechenden Rahmenbedingungen, der Einbezug von zusätzlichen musischen und sportlichen Angeboten für die Schüler etc.

Man fasste weiterhin den Beschluss, die finanziellen Angelegenheiten dem bereits eingerichteten Förderverein als juristische Person zu übertragen.

3.) Aufbau und Realisierung des Ganztageskonzeptes

Nach Eingabe des Antrags an das Kultusministerium erhielt die Gemeinde bzw. die Schule Leidersbach von dort die Genehmigung zum Schuljahr 2009/10 die erste gebundene Ganztages-Grundschulklasse einzurichten.

Bei der Konzeption versuchte die Schulleitung die Bedenken der Eltern, dass die Kinder evtl. am Nachmittag wohl recht ermüdet sein könnten bzw. dass der Unterricht bedingt durch die zusätzlichen 12 Förderstunden zu „kopflastig“ werden könnten, zu berücksichtigen und den Stundenplan dahin gehend zu modifizieren.

Verschiedene, im folgenden Abschnitt aufgeführte Aspekte trugen dazu bei, dass diesen Befürchtungen wirkungsvoll begegnet werden konnte:

  1. Genereller Unterrichtsschluss am Vormittag ist um 11.40 Uhr nach der 5. Stunde.
  2. Eine zeitlich umfangreiche Mittagspause von 2 Stunden und 20 Minuten Dauer schließt sich an den Vormittag an. Sie wird genutzt zum gemeinsamen Mittagessen und zum Ausgleich durch Sport, Spiel und Ruhephasen. Zur Beaufsichtigung bzw. zur Betreuung stehen für jede Klasse zwei Personen pädagogisch geschultes Personal zur Verfügung.
  3. Um die Freude der Kinder an der Bewegung angemessen zu berücksichtigen, findet einmal pro Woche am Nachmittag eine Förderung im Sport durch eine Übungsleiterin eines örtlichen Vereins statt.
  4. Ebenso hat die musische Förderung am Nachmittag ihren Platz. Eine musikalische Frühförderung durch eine Honorarkraft („Klangbauschule“) ist im Stundenrepertoire integriert.
  5. Beim Mittagessen wird Wert gelegt auf abwechslungsreiche, frische Kost mit hohem Gemüse- und Obstanteil.
  6. Alle Räumlichkeiten der Mittagsbetreuung bzw. der Schule können in der Mittagspause (unter Aufsicht) genutzt werden: Spielzimmer, Ruheraum/Malraum, Tobezimmer, Turnhalle, Gymnastikraum, Gruppenraum sowie Pausenhöfe, großräumige Sportanlagen und ein sich in direkter Nähe befindender Spielplatz.

Durch diese Entspannungs- und Bewegungsmöglichkeiten wird die Mittagspause aufgelockert und es werden die Schüler auf den sich anschließenden zweistündigen Nachmittagsunterricht eingestimmt.

4.) Fördermaßnahmen

Ein ganz wesentliches Merkmal einer Ganztages-Klasse ist neben der Betreuung die Förderung der Schüler in vielen Bereichen:

  • Bereits erwähnt wurde die zusätzliche Förderung in Bezug auf eine musikalische Früherziehung im Rahmen des Nachmittagsunterrichts.
  • Darüber hinaus impliziert das Zusammenleben und das gemeinsame Lernen, Spielen, Mittagessen etc. per se eine Stärkung der sozialen Kompetenzen der Kinder.
  • Ein ganz großes Plus einer Ganztagesklasse sind aber auch die 12 zusätzlichen Unterrichtsstunden, die speziell und ausschließlich für und gebunden an eine solche Klasse zur Verfügung stehen.

Diese Zeit wird vornehmlich genutzt, um die Lerninhalte zu vertiefen, zu festigen und zu sichern. Leistungsstärkere Schüler können zusätzlich gefördert und gefordert werden, lernschwächeren Kindern dient diese Zeit zur Wiederholung. Es versteht sich von selbst, dass dieses Zusatzangebot eine Sicherung der Lerninhalte durch schriftliche Hausaufgaben überflüssig macht. Die Zeit nach 15.30 Uhr, dem regulären Schulschluss, steht dann den Kindern uneingeschränkt für Freizeit, Spiel und für familiäre Bezüge zur Verfügung.

Darüber hinaus ermöglicht diese zusätzliche „Ausstattung“ mit Stunden, dass ein Tandemunterricht stattfinden kann, d.h. in einer solchen Unterrichtsstunde sind zwei Lehrkräfte gemeinsam in einer Klasse.

 

B) Offene Ganztagesbetreuung in Kurzform (bis 14.00 Uhr)

 

Mit dem Schuljahr 2017/18 wurde an der Grundschule Leidersbach zusätzlich eine neue Betreuungsform eingerichtet. Die Eltern können nun neben der Regelklassen-Beschulung und der gebundenen Ganztagesbetreuung bis 15.30 Uhr auch eine offene, flexible Betreuung in Kurzform (bis 14.00 Uhr) für ihr Kind wählen.

Zur Abschätzung des Betreuungsbedarfs muss die Anzahl der gewünschten Betreuungstage pro Woche im jeweils vorangegangenen Schuljahr bzw. bei der Schulanmeldung verbindlich angegeben werden. Flexibel bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man die zwei, die drei oder die vier Betreuungstage zu Beginn eines Schuljahres frei wählen kann - die Wahl bezieht sich dabei auf die Tage Montag bis Donnerstag in jeder Schulwoche. Diese Wahl gilt dann für das laufende Schuljahr.

 

Bei dieser Form suchen die Kinder nach Unterrichtsende die Räumlichkeiten der offenen Betreuung auf. Nach dem Schultag stehen Spiel und Entspannung im Mittelpunkt. Ein warmes Mittagessen kann optional gewählt werden. Auch die diesbezügliche Anmeldung zum Mittagessen ist verbindlich für ein Jahr. (Eine Hausaufgabenbeaufsichtigung ist nicht Bestandteil dieser Betreuungsform.)

Um 14.00 Uhr bringt ein Bus die Kinder an die Haltestellen der einzelnen Ortsteile.

 

So wie die gebundene Ganztagesbetreuung auch, ist die offene Betreuung für die Eltern kostenfrei. Lediglich das Mittagessen (wenn gewählt), das täglich frisch zubereitet und ausgegeben wird, ist kostenpflichtig. Der Betrag wird per Lastschriftverfahren eingezogen.

Träger dieser offenen Betreuung ist auch in diesem Falle das Bayerische Rote Kreuz in Obernburg.

 

Mit der Einrichtung dieser offenen Kurzbetreuung können nun die Eltern zwischen drei Formen wählen:

          a) Regelklasse

          b) Regelklasse mit offener, flexibler Betreuung in Kurzform (bis 14.00 Uhr)

          c) Gebundene Ganztagesklasse mit Betreuung und Nachmittagsunterricht bis 15.30 Uhr

 

Es ist dem Sachaufwandsträger Dank zu sagen für die Schaffung dieser Wahlmöglichkeiten für die Schülereltern, zumal die Etablierung und der Betrieb der Ganztagesbetreuung insgesamt auch mit nicht unerheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden ist.

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