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Für das Versagen oder das Absinken von Schulnoten kann es vielerlei Gründe geben, und wenn diese nicht abgeklärt bzw. beseitigt werden, wird der Nachhilfeunterricht sein Ziel nicht erreichen.

Schulleistung kommt nicht nur durch Intelligenz, Begabung, Kreativität und Fleiß zustande, sondern auch durch den Einfluss der familiären und schulischen Situation. Bevor man sich für Nachhilfe entscheidet, gilt es also die zumeist komplexen Ursachen für die schlechten Noten herauszufinden. Dabei können Klassen- und Fachlehrer helfen.

Der Beratungslehrer kann feststellen, ob es sich um eine zeitlich begrenzte oder eine grundlegende Leistungsschwäche handelt. Sollte der Anlass in der familiären Situation begründet sein, könnten die Familienmitglieder gemeinsam in einem ruhigen, sachlichen Gespräch das auslösende Problem herausfinden und beseitigen.

Der Gedanke und die Aussicht auf einen Schulartwechsel können für den Schüler sehr erleichternd und motivierend wirken. Fällt das so genannte "Problemfach" weg, kann dies geradezu zu einer "Leistungsexplosion" in anderen Fächern führen.

Nachhilfe ist zumeist sinnlos,

  • wenn die Ursache des Versagens in der Wahl der falschen Schulart liegt;
  • wenn der Schüler keine eigene Motivation zum Lernen hat, denn Lernfreude kann man nicht befehlen;
  • wenn der Schüler Probleme (z.B. Mobbing) innerhalb der Klasse hat;
  • wenn schwerwiegende persönliche Probleme zugrunde liegen (zum Beispiel Schulangst, Prüfungsangst, seelische Belastungen, usw.);

Vor allem im letzten Fall muss eine Hilfe angeboten werden, die sich weniger auf das Schließen von Lücken im Unterrichtsstoff bezieht als vielmehr auf die Beschäftigung mit dem psychologischen Hintergrund.

Nachhilfe kann sinnvoll sein,

  • wenn der Schüler durch Schulwechsel oder Krankheit Versäumtes nicht aus eigener Kraft nachholen kann;
  • wenn durch falsches Lernen Lücken entstanden sind;
  • wenn der Leistungsabfall zeitlich begrenzt (z.B. durch schwere Krankheit oder Todesfall in der Familie) oder entwicklungsbedingt war (z.B. erster Freund oder erste Freundin);
  • wenn es um gezielte Vorbereitung auf Prüfungen geht;
  • wenn sich die Schwierigkeiten auf einzelne Stoffgebiete beschränken.

Kurz gesagt, Nachhilfe kann bei vorübergehenden Leistungsschwierigkeiten eine gute Hilfe sein.

Eigene Einsicht und Leistungsbereitschaft gehören aber zu den entscheidenden Voraussetzungen.

Nachhilfe kann dem Schüler das eigene Lernen und Wiederholen des Stoffes nicht abnehmen! Nachhilfe soll

  • zeitlich begrenzt sein! Nicht nach dem Motto handeln: „Je mehr, desto besser." Zu viele Nachhilfestunden können auch Schaden anrichten. Jede Nachhilfe führt zu einer gewissen Abhängigkeit und Unselbständigkeit heim Lernenden. Wichtige und notwendige Freizeit als Ausgleich zum Schulunterricht geht verloren. Unterrichtsbegleitende, gar über Jahre hinweg geplante Nachhilfe muss scheitern. Sie gaukelt eine falsche Sicherheit vor und zudem wird sie der betreffende junge Mensch nicht „durchstehen".
  • frühzeitig erfolgen! Je länger sie hinausgeschoben wird, umso schwieriger und zeitraubender wird es, den verpassten Stoff nachzuholen. Wie ein zunächst kleiner Schneeball, der zu einer mächtigen Lawine heranwächst, reißt eine Wissenslücke immer weitere Lücken auf.
  • nicht mehr als zwei Fächer gleichzeitig umfassen!
  • den Unterrichtsstoff nur nachbereiten! „Vorlernen" bewirkt nur Scheinerfolge und das Nachlassen der Aufmerksamkeit im Unterricht.
  • gezielt erfolgen! Fehlerstrichlisten, Schuleinträge und vor allem falsch angefertigte Hausaufgaben sind wichtige Hilfsmittel für den Nachhilfelehrer.
  • kurz, aber intensiv sein! Nachhilfeunterricht darf nicht mehr als regelmäßig zwei oder drei Stunden pro Woche umfassen, und das nicht länger als zwei Monate in Folge.
  • Der Nachhilfeschüler braucht das Gefühl, dass man sich für seine Probleme interessiert und ihm wirklich helfen möchte. Zwischen Nachhilfelehrer und -schüler muss eine gegenseitige Sympathie vorhanden sein.
  • Wunder treten selten ein. Nachhilfeschüler und Eltern sollten beispielsweise nach einer Note 6 die Note 5 als Leistungssteigerung anerkennen.
  • Die eigenen Eltern sind nicht unbedingt als Nachhilfelehrer zu empfehlen. Zwischen Eltern und Kindern besteht in der Regel eine starke gefühlsmäßige Bindung, die sich hemmend auf die Nachhilfe auswirken kann. Umgekehrt ist es sogar möglich, dass Nachhilfe ein gutes Verhältnis entscheidend stört (z.B. durch die Ungeduld der Eltern). Mit einer fremden Person, einem Fachlehrer oder oft auch einem älteren Schüler ist der Nachhilfeschüler eher zum Lernen bereit als mit den Eltern. Zudem können sich ältere Schüler häufig an ihre eigenen Verständnisprobleme erinnern und deshalb zielsicher die so genannten „Knackpunkte" angehen.
  • An Lerngruppen sollten nicht mehr als fünf Schüler teilnehmen. Nachhilfeunterricht in Lerngruppen erscheint etwa einen Monat mit einer Gruppensitzung pro Woche sinnvoll. Wenn davon ausgegangen werden kann, dass die optimale Konzentrationsspanne etwa 20-30 Minuten beträgt, dürften ca. 60-90 Minuten pro Nachhilfeeinheit ausreichend sein.
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