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Die Historie der VS Leidersbach ab 1945

 

Der Gottesdienst vor dem Unterricht war für Lehrkräfte und SchülerInnen selbstverständliche Pflicht, ein Fehlen verlangte eine Erklärung gegenüber dem Geistlichen. Übrigens hatte bis nach dem 1. Weltkrieg der Pfarrer die Schulaufsicht und – kontrolle! Heute unvorstellbar! Jeder weiterer Kommentar ist dazu nicht nötig!

 

Schülerzahlen bis zu 80 Kindern pro Klasse waren keine Seltenheit. Erst nach dem 2. Weltkrieg besserten sich allmählich die Schulverhältnisse. Die technisierte Welt, die höheren beruflichen Anforderungen, die die Maschinenindustrie mit sich brachte, verlangte eine bessere Schulbildung als Vorbereitung auf die Berufswelt.

 

War nach dem Zusammenbruch am Ende des 2. Weltkrieges im Herbst 1945 noch eine „Mangelverwaltung“ festzustellen, so wurden innerhalb kürzester Zeit Verbesserungen gefordert und erreicht. Bei damals Klassenstärke von bis zu 50 Kindern erschallte der Ruf nach Durchschnitt von höchstens 25 Schüler pro Klasse. Diese Forderung wurde noch vor 35 Jahren als nicht machbar angesehen. Heute sind ca 23 Kinder der Schnitt.

 

Eine große Rolle spielte sicherlich auch, dass durch den sprunghaften Anstieg der Schülerzahlen – vor allem durch die 12 Millionen Heimatvertriebenen - die Räumlichkeiten aus allen Nähten platzten. Aus unserer Übersicht kann man ersehen, dass auch der „Grund“ davon betroffen wurde und darauf reagierte. In allen Ortsteilen wurde neugebaut und umgebaut.

 

Die kleine Übersicht verdeutlicht, wie in den Ortsteilen die sprunghaft angewachsene Schülerzahl den Unterricht beeinflusste!

 

Ebersbach 2 Klassen 1 Saal
Leidersbach 4 Klassen 2 Säle
Roßbach 3 Klassen 2 Säle
Volkersbrunn 2 Klassen 1 Saal

 

Schulstandorte

Dies bedeutete Schichtunterricht für Kinder und Lehrkräfte. Die Raumprobleme wurden in der Folgezeit in allen Ortsteilen zu lösen versucht.


schule leidersbach

1954: Neubau Leidersbach mit 6 Sälen + Küche + Bürgermeisterzimmer. Hier wurden die Kinder von 1954 – 1975 unterrichtet.


schule ebersbach

1960: Neubau Ebersbach mit 2 Sälen + Lehrerwohnhaus. Hier wurden Kinder von 1961 – 1975 unterrichtet.


schule volkersbrunn

1964: Erweiterungsbau Volkersbrunn um 1 Klassenzimmer + Turnraum. Hier wurden Kinder von 1910 bis zur Schulhauserweiterung in den Stauden 1985 unterrichtet.


schule rossbach

1961: Schulhausumbau in Roßbach zu 4 Klassenzimmern, weil Schulleiter Gerhard Hofmann selbst baute und die Lehrerwohnung zu Schulräumen umgebaut werden konnte.
Hier wurden Kinder von 1896 – 1975 unterrichtet.

Man sieht die Schulen, und vor allem die Schulhäuser im „Grund“, unterlagen einem steten Wandel. Neben den angeführten letzten Schulhäusern in den Ortsteilen lassen sich teils auch bildlich noch weitere Vorgängerschulhäuser nachweisen, wie in der Ortschronik von Alfons Wolf nachzulesen ist.
Wie später noch ausgeführt, kam es zum Zusammenschluss der Schulen 1967 bzw. 1969. Auf 14 Klassen verteilten sich 540 SchülerInnen = 39,5 Schüler pro Klasse. Zusätzlich kam 1969 noch die 9. Jahrgangsstufe dazu.
 
Schulgeschichte im "Grund"

 

Allgemein

Genauere Unterlagen über das Schulwesen im "Grund" liegen relativ spät vor. Es wäre eine lohnende Aufgabe, die Ursprünge der Schulen noch genauer zu erforschen.

In diesem ersten Beitrag soll nur in einem kurzen Abriss die Schulgeschichte beleuchtet werden. Auf Vollständigkeit erhebt dieser Artikel keinen Anspruch.

Der Chronist Alfons Wolf führt in seiner sehr detaillierten Leidersbacher Chronik ausführlich aus, wie die vier Grundgemeinden trotz ihrer großen finanziellen Not die Bildungsgrundlage ihrer jungen Ortsbürger bewerkstelligten.

Im Einzelnen sollen jetzt die schulischen Ursprünge der vier Orte ab den 18. Jahrhundert beleuchtet werden. Weitere Forschungen werden noch folgen.

 

Ebersbach

 

Bis zum Jahre 1789 wurden die Kinder in Ebersbach unterrichtet.

Von 1789 bis 1807 fand der Schulunterricht für die Kinder beider Orte in Leidersbach statt. Als Leidersbach eine neue, größere Schule bauen wollte, weil die Räumlichkeiten zu beengt waren, weigerten sich die Ebersbacher einen Beitrag zu leisten.

Ab dem Jahre 1807 fand daher der Unterricht wieder in Ebersbach statt. Standort der Schule dürfte die ehemalige Scheune des Gasthauses "Hilar" gewesen sein. In bescheidenen Verhältnissen erhielten die Kinder hier bis 1898 ihre schulische Grundbildung.

Vermutlich waren die Räumlichkeiten zu klein, so dass die Schule in das Gemeindehaus am "Scharfeck" übersiedelte. Dieses Haus wurde 1959 zuerst an die Raiffeisenbank verkauft, da die Gemeinde Geld für den Neubau der Schule in der Schulstraße benötigte. Das Haus wurde 1965 abgerissen und ist jetzt im Bauernhof Albert Hein aufgegangen. Dieses Haus diente gleichzeitig auch als Rathaus.

Bald baute man ein größeres neues Schulhaus unterhalb des Friedhofes. Bis zum Jahre 1960 erhielten hier die Ebersbacher Kinder das Rüstzeug für das Leben.

Da durch den enormen Zuzug, auch durch viele Heimatvertriebene, das einzige Klassenzimmer nicht mehr ausreichte, baute man in der Schulstraße eine neue zweiklassige Schule. Das Gebäude an der Hauptstraße diente fortan als Kindergarten. Der alte Kindergarten musste bereits zu Beginn der 70-er Jahre dem Neubau des heutigen Gotteshauses weichen, der neue Kindergarten wurde aber im Kirchentrakt mit untergebracht.

Die letzte Ebersbacher Schule

Nach dem Kriege wuchs wie überall die Einwohnerzahl, so auch in Ebersbach. Die Kinderzahl machte eine 2. Schulstelle nötig, was bei dem einklassigen Schulhaus nicht möglich war. Die rund 70 Schulkinder wurden im Schichtunterricht unterwiesen.

Nach langer Vorplanung beschloss man eine neue Schule in der Schulstraße zu errichten. Großer Geldmangel machte eine großzügige staatliche Hilfe nötig. Am 12.08.1959 wandte sich der Landrat, Herr Grimm, an den Bay. Ministerpräsidenten Dr. Hanns Seidel, da die Gemeinde aus eigenen Mitteln den Neubau nicht finanzieren könne, "sich einzusetzen, dass in diesem Falle der sonst übliche Förderungssatz an Staatsbeihilfe zur Schließung der Finanzierungslücke etwas erhöht wird ..".

Die erstellte Finanzierung sah wie folgt aus:

Eigenmittel                                   12.400.00 DM

Darlehen-Sparkasse                     95.000.00 DM (später 113.000.- DM)

Verkauf des Rathauses                 13.000.00 DM

Staatszuschuss insgesamt            57.600.00 DM

Gesamtsumme                            178.000.00 DM

                                                     ============

Tatsächlich entstanden Kosten in Höhe von 187.818,74 DM.

Das Darlehen war innerhalb von 30 Jahren zurückzuzahlen. Die letzte Rate beglich die Gemeinde Leidersbach erst 1989, also 17 Jahre nach Bildung der Gesamtgemeinde Leidersbach.

Seit dem Neubau der Schule in den "Stauden" wird dieses Gebäude privat genutzt. Kurzfristig diente es während des Baues der neuen Kirche als Kindergarten. Zurzeit wechseln die Besitzer und die Nutzungsart häufig.

 Leidersbach

 In Leidersbach wurde erstmals im Jahre 1768 ein Lehrer genannt, als er um einen Teil seines Lohnes - das Kirchenkorn - kämpfte. Er berief sich darauf, dass er dieses Kirchenkorn schon seit 14 Jahren erhalte.

1777 wird mit Michael Adami erstmals ein Lehrername erwähnt, der die Leidersbacher Schulstelle an seinen Sohn Franz Anton Adami "vererbte". Dieser "besserte" sein karges Salär dadurch auf, in dem er in eine Mühle einheiratete.

Wie bereits unter Ebersbach erwähnt, wurden die Kinder aus Ebersbach und Leidersbach von 1789 bis 1807 gemeinsam in Leidersbach unterrichtet. Da die Räumlichkeiten mehr als dürftig und zu klein waren, plante man eine neue Schule für beide Orte zu bauen, was aber nicht durchzusetzen war, weil Ebersbach lieber selbst eine Schule errichten wollte, bevor es in Leidersbach mitzahlte.

Im Jahre 1810 entstand der Neubau in der heutigen Kolpingstraße. Dieses Schulhaus wurde 1880 erweitert. Das stattliche Schulgebäude enthielt zusätzlich noch eine Lehrerwohnung, ein Kaplanzimmer und ein Bürgermeisterzimmer.

Auch in Leidersbach wuchs durch die vielen Heimatvertriebenen die Schülerzahl enorm an. In der sehr umfangreichen Leidersbacher Schulchronik ist aus dieser Zeit zu lesen, dass erst im Oktober 1945 der Schulbetrieb wieder anlief. Die 2 Lehrkräfte, Schulleiter Herr Schmitz und Lehrerin Frau Büdel, unterrichteten 234 Schülerinnen und Schüler. Für den Unterricht standen 40 Lese- und 50 Rechenbücher zur Verfügung. Im Laufe des Schuljahres kamen als Lehrerin Frl. Fischer, eine Heimatvertriebene, und der Schulhelfer, Herr Bock, dazu.

Die neue (alte) Leidersbacher Schule - jetzt Rathaus

Auch in Leidersbach herrschte bald Platzmangel. Man musste deshalb eine räumliche Verbesserung anstreben. Ab Januar 1952 plante man auf Initiative von Pfr. Josef Fäth mit Nachdruck einen Neubau.

Sehr schnell konnte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Bereits am 5. Juli 1953 war die offizielle Grundsteinlegung. Dank der tatkräftigen Mithilfe der Ortsbürger konnte bereits am 6. Oktober 1953 das Richtfest gefeiert werden. Nachdem zum Schuljahresbeginn 1954 die Räume nicht fertig gestellt waren, konnte erst am 7. November 1954 die Schulhauseinweihung im Beisein zahlreicher Prominenz der Umzug freudig gefeiert werden. Am Nachmittag des 8. November 1954, nachdem die Schüler selbst umgeräumt hatten, wurde erstmals in den neuen Räumlichkeiten Unterricht erteilt.

Laut Abrechnung vom 21. März 1956 entstanden folgende

         Schulbaukosten

         Eigenmittel:                         105.932,07 DM

         Ortsbürger-Spenden:              9.930.00 DM

         Zuschüsse:                            60.000.00 DM

         Darlehen                              119.000.00 DM

         Gesamtkossten:                  294.862,07 DM

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Bis zum Neubau in den Stauden waren hier 6 Klassenzimmer, Schulküche, Werkraum, Lehrerzimmer und die Gemeindeverwaltung untergebracht.

Seit 1975 dient die letzte Leidersbacher Schule als Rathaus, zeitweilig als Post und Bauhof, ebenfalls ist jetzt die Gemeindebücherei dort untergebracht.

Neben dem Rathaus baute 2007 die Sparkasse ein neues Gebäude für den Kassenbetrieb, Erweiterung der Bücherei; Cafe etc.

Roßbach

In diesem Ortsteil wurde im Jahre 1773 mit Johann Henrich Rittinger erstmals ein Lehrer genannt. Das Schulhaus dürfte das sog. Schmollerhaus neben der Kirche gewesen sein, das 1927 der Kirchenerweiterung zum Opfer fiel. Da der Ort größer geworden war, baute man 1896 eine neue Schule. Dieses Gebäude diente bis zum Schulhausneubau in den Stauden als Bildungsstätte für die Roßbacher Kinder.

Das Schmollerhaus wurde bis 1927 als Kindergarten genutzt, bis aus finanzieller Not diese Einrichtung geschlossen werden musste.

Im Schulhaus auf dem "Schulhof" fand nach dem Umzug ins neue Schulgebäude in den Stauden von 1975 bis 1979 der wieder errichtete Kindergarten eine erste Unterkunft. Dann zog der Kindergarten in das auf Initiative von Pfr. Alfred Rosenberger gebaute Pfarrzentrum - eingeweiht 1979 - um. Hier fand er eine neue, bessere Heimat mit großzügigen, modernen Räumlichkeiten.

Im Jahre 1985 wurde das Schulhaus Roßbach abgerissen. An seiner Stelle steht jetzt das 1987 errichtete Feuerwehrhaus.

Die Eisenträger der Roßbacher Schule wurde als Denkmal auf dem Pausehof der neuen Schule in den Stauden als „Verbindung zur alten Schule“ aufgebaut.

Volkersbrunn

Bereits im Jahre 1767 wurde als Lehrer Herr Philipp Staab genannt. Der Standort der Schule ist nur schwer nachweisbar. Er dürfte laut Unterlagen in der Nähe der Kirche - jetziges Kriegerdenkmal - gelegen haben. Im Laufe der Zeit wurde mehrmals der schlechte Zustand des Hauses und des Klassenzimmers bemängelt.

Im Jahre 1910 entschloss man sich, durch einen Neubau - das jetzige Schulhauptgebäude - für bessere schulische Verhältnisse zu sorgen.

Letzte Schulhauserweiterung

Auch Volkersbrunn musste nach dem Kriege viele Heimatvertriebene aufnehmen, so dass ein einziges Klassenzimmer nicht mehr ausreichte.

Unter Bürgermeister Hermann Wörner wurde nach längerer Vorplanung 1964 durch den Anbau für ein zweites Klassenzimmer und einen Turnraum ausreichende Räumlichkeiten geschaffen. Auch in Volkersbrunn mangelte es - wie überall - an Geld. Deshalb bat man ebenfalls um großzügige Unterstützung durch den Staat.

Die Finanzierung sah wie folgt aus:

         Eigenleistung:            13.103.86 DM

         Zuschüsse:                55.000.00  DM

         Darlehen:                 154.200.00  DM

         Gesamtkosten:         222.303,86  DM

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Da die veranschlagten Kosten um 82.103,86 DM überschritten worden waren, mussten mehrere Nachtragshaushalte beschlossen werden.

Die staatliche Hilfe wurde deshalb um 25.000.- DM aufgestockt.

Nachdem das neue Schulhaus in den Stauden nur für die 1. - 6. Klassen

vorgesehen war, waren bis zur Schulhauserweiterung 1984 in der Staude in Volkersbrunn noch bis zu 3 Klassen ausgelagert.

Anschließend wurde das Schulhaus von der Feuerwehr als Proberaum der Volkersbrunner Musikanten und als Requisitenraum für das Hutzelgrundtheater genutzt.

Nachdem mit dem Dorfgemeinschaftshaus neben der Kirche für alle Volkersbrunner Vereine großzügerige Räumlichkeiten geschaffen worden sind, wurde die alte Schule an einen Privatmann verkauft, der diese als Wohnung und für seinen Musikhandel benutzt.

Verbandsschule der Grundgemeinden

In den 60-er Jahren gab es überall eine große Bildungsoffensive. Der Slogan: "allen Kindern die gleiche Chance" bedeutete, dass die kleinen Dorfschulen, in denen oft die 1. - 8. Klasse gemeinsam ohne Fachräume unterrichtet wurde, zu Verbandsschulen zusammengelegt werden sollten.

Mit Schreiben vom 14. Juli 1964 wurden die Grundgemeinden aufgefordert, "Vorschläge zur Verbesserung der Schulverhältnisse auf dem Land" zu machen. Dies bedeutete konkret, die vier Grundgemeinden sollten eine gemeinsame Verbandsschule gründen. Ziel war gleichzeitig, durch entsprechende Baumaßnahmen die Fachräume und eine Turnhalle zu errichten. Zunächst stimmten aber am 15.10.1964 die Roßbacher Eltern und am 17.11.1964 die Roßbacher Bürger mit einem Nein dagegen. Im Gegenteil, in Roßbach wurde bei der Erschließung "Mitteldorf" ein neues Schulgelände ausgewiesen. Später erwies sich diese Planung gegen den Wunsch der Regierung als Glücksfall, denn dadurch konnte auf diesem schönen Gelände das Pfarrzentrum mit Kindergarten errichtet werden.

In Leidersbach stieß der Wunsch der Regierung am 18.11.1965 ebenfalls auf Ablehnung.

Nach vielerlei Bemühen der Schulleiter Josef Schmitz in Leidersbach, Helmut Suckfüll in Ebersbach, vor allem aber Gerhard Hofmann in Roßbach bildeten zunächst die 3 Grundgemeinden am 01.11.1967 eine Verbandsschule, was sofort - mitten im Schuljahr - umgesetzt wurde. Mit etwas Verzögerung schloss sich Volkersbrunn zum Schuljahresbeginn 1969 der Verbandsschule an. Sicherlich erschwerten die Neubauten - Leidersbach 1954; Ebersbach 1960; Volkersbrunn 1964 -, die mit großem Opfer der Bürger errichtet worden waren, die Einsicht, eine gemeinsame Verbandsschule zu bilden, um in Jahrgangsklassen bessere Bildungsmöglichkeiten zu schaffen.

Ein gemeinsamer Schulhausbau stand bei vier selbstständigen Gemeinden noch in weiter Ferne, denn die Platzfrage war nicht so einfach zu lösen.

Der politische Zusammenschluss der 4 Gemeinden zum 01.01.1972 erleichterte die Planung. Inzwischen hatten sich die Schulbaurichtlinien geändert, so dass für Leidersbach nur noch eine Grundschule vorgesehen war. Die Hauptschule sollte zusammen mit Sulzbach dort errichtet werden. Nach zähen Verhandlungen erreichte man wenigstens, dass eine Grund- und Teilhauptschule I (1.-6. Klasse) genehmigt wurde. Am 07.08.1973 erhielt man "grünes Licht" zum Bau der neuen Schule. Es wurde ein Zuschuss in Höhe von ca 70 Prozent in Aussicht gestellt. Architekt Otto Abb aus Trennfurt wurde mit der Planung beauftragt. Erster Spatenstich war bei "nasskaltem Wetter" am 18.01.1974 im Beisein zahlreicher Prominenz. Bereits am 03.08.1974 konnte im Rahmen des Heimatfestes das Richtfest gefeiert werden. Genauso schnell ging der Innenausbau voran. Bereits am 23.08.1975 fand die Einweihung statt. Der Schulbetrieb konnte ordnungsgemäß im September 1975 in den neuen Räumen beginnen.

Da Sulzbach aber aus Platzmangel die 7. - 9. Klassen nicht aufnehmen konnte, mussten zwei Klassen nach Volkersbrunn ausgelagert werden; einige Klassen wurden in "Notbehelfsräumen" im neuen Schulhaus untergebracht. Aber insgesamt hatte man fast optimale Schulverhältnisse. Da aber nur für 1. - 6. Klassen gebaut worden war, mussten unsere Hauswirtschaftsschülerinnen und -schüler zum Unterricht nach Sulzbach fahren, was große Kosten und Probleme beim Stundenplan verursachte.

Die vielen Schwierigkeiten der ganzen Planung und Ausführung sind im Interview des Rektors a.D. Gerhard Hofmann in der Schulfestschrift von 2005 – 30 Jahre „Hochschule“ - ausführlich nachzulesen.

Hauptschule gesichert

Nach vielerlei Bemühungen - vor allem durch den unermüdlichen Einsatz von MdL Ludwig Ritter - konnte erreicht werden, dass im Juli 1980 die frohe Botschaft in Leidersbach eintraf, der Bay. Landtag hat beschlossen, Leidersbach behält die Hauptschule. Auflage war allerdings, die entsprechenden Räumlichkeiten umgehend zu schaffen, d.h. 6 zusätzliche Klassenzimmer, 4 Gruppenräume, Küche, Handarbeitsraum, div. sanitäre Einrichtungen, Lagerräume und eine zweite Turnhalleneinheit.

Im Dezember 1982 beschloss der Gemeinderat, die Schule entsprechend zu erweitern; der Ausbau der Festhalle zur Mehrzweckhalle wurde vorerst zurückgestellt. Trotz kontroverser Diskussionen gingen die Planungen - ebenfalls durch Architekt Otto Abb - zügig voran. Richtfest konnte im Mai 1984 gefeiert werden. Nach der üblichen Bauverzögerung konnte am 29.11.1985 mit der Einweihung der Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben werden. Mitten im Schuljahr wurde der Umzug vollzogen. Endlich verfügte auch die Leidersbacher Schule über zeitgemäß optimale Schulverhältnisse. 

Ausbau der Mehrzweckhalle

Es dauerte allerdings noch einige Zeit, bis nach kontroversen Diskussionen die verpflichtend benötigte zweite Turnhalleneinheit, die durch den Ausbau der Festhalle zur Mehrzweckhalle geschaffen werden sollte, errichtet werden konnte. Erst im Jahre 1988 wurde diese Baumaßnahme durchgeführt .

Die schulische Feuertaufe bestand die neue Mehrzweckhalle im Juni 1988 mit dem Endspiel um die Bay. Handballschulmeisterchaft der Mädchen zwischen

                                      Dante-Gymnasium München - VS Leidersbach,

das leider 16:9 verloren wurde. Jetzt verfügte auch die Volksschule Leidersbach über entsprechende Sportstätten. Um die vielen sportliche Erfolge unserer Schule zu sichern, war diese große Sporthalle dringend nötig.

Aber auch die vielen Ortsvereine erhielten hier endlich den benötigten Spiel- und Trainingsraum.

30 Jahre "Hochschule"

Mit diesem Begriff "Hochschule" wird die explizite Lage auf dem Berg gerne umschrieben. Für über 2.000 Schulneulinge seit dieser Zeit begann hier der Ernst des Lebens. Ebenfalls dürften durch Zuzug ca 800 Schulkinder dazu gekommen sein, so dass auf dem Berg bis jetzt fast 3.000 junge Menschen ihr Rüstzeug für`s Leben erhielten.

Rektoren in den mehr als 30 Jahren waren:

bis 1988             Gerhard Hofmann

1988 - 01.02.89   Franziska Schneider kommissarisch

1989 - 1992         Franziska Schneider

1992 - 2006         Ludwig Adrian

2006 – 2007        Helga Sauer

2007 -                 Michael Büttner

Konrektoren waren:

bis 1980             Hans Klein

1980 - 1988         Franziska Schneider

1989 - 1992         Ludwig Adrian

1993 - 2008         Valentin Zehnter

2008 - 2013         Matthias Langer

2014 -                 Matthias Rauschert

 

Viele junge Menschen erwarben hier das Wissen für den Beruf und das Leben. Auch viele Junglehrer wagten die ersten Schritte in ihrem Beruf an unserer Schule. Eine Auflistung aller Lehrkräfte dieser 25 Jahre finden Sie in der Broschüre „30 Jahre Hochschule“.

Fazit

Durch den Zusammenschluss und den Neubau erhielten die Kinder bessere Ausbildungschancen. Doch gilt es auch weiterhin, durch neue Bildungseinrichtungen - wie Informatikräume etc. - den höheren Anforderungen, die an die jungen Menschen in der Berufswelt gestellt werden, gerecht zu werden. Dazu werden hoffentlich immer engagierte Lehrkräfte, bildungswillige Schülerinnen und Schüler und ein für die Bildung unserer "Hochschule" aufgeschlossener Gemeinderat aktiv sein.

 

zusammengestellt: Valentin Zehnter

Leidersbach im September 2012

 

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